Die Stadt Medinat Fas
wurde durch Idris I. im Jahre 789 am Platz des heutigen Viertels
der Andalusier gegründet. 809 gründete Idris II. al-Aliya
am anderen (linken) Ufer des Wadi Fes. Al Aliya entwickelte sich
rasch zu einer richtigen Stadt mit Moschee, Palast und Kisariya
(Markthalle). Die lebenswichtigen Wasserquellen um Fès,
die schon früh berühmt und besungen wurden, waren bestimmt
ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Standortes für
die zukünftige Metropole.
Die 859 von der reichen Kaufmannstochter Fatima el-Fihrya gegründete
Universitätsmoschee al-Qairawiyin wird
zu einem der wichtigsten Zentren der Geistlichkeit und der Kultur
im Islam. Ihre Ausstrahlung hat über die Schulen des islamischen
Spanien bis nach Europa Auswirkungen. Auch der arabische Geschichtsschreiber
Ibn Khaldoun lehrte hier.
In Marokko dagegen wird als Kasbah eine
Burganlage innerhalb der Medina (Altstadt) bezeichnet, die der
Sitz des Stadtfürsten war oder aber zum Königspalast
ausgebaut wurde wie etwa in Fès. Unterhalb der Kasbah liegt
üblicherweise das jüdische Viertel, die Mellah.